fr



Die Berge bröckeln.
Die Gletscher schmelzen.

Packen wir die
grösste Klimalücke
der Schweiz an.

Die bröckelnden Berge sind ein Weckruf! Der Klimawandel trifft die Schweiz mitten ins Herz – und gefährdet unseren Wohlstand und unsere Sicherheit. 

Mit unserer neuen Volksinitiative gehen wir das Problem konsequent an: weniger schmutzige Importe, mehr saubere Produktion in der Schweiz! Mehr als die Hälfte aller Schweizer Treibhausgase stecken in Produkten, die im Ausland hergestellt werden! Sie entstehen etwa bei der Einfuhr von Baumaterialien, Plastik oder elektronischen Geräten - alles Produkte, welche die Schweiz tonnenweise importiert. All diese Emissionen werden in unserer Klimabilanz ignoriert. Sie unterliegen keinen Klimazielen. Sie wachsen Jahr für Jahr – und niemand trägt Verantwortung dafür. 

Unsere Initiative fordert:

🚛 Netto Null 2050 für alle Emissionen – auch für die Importierten. So schützen wir unsere Lebensgrundlage und fördern eine umweltfreundlichere Wirtschaft.

📉 Massnahmen zur wirksamen Vermeidung und Reduktion der Treibhausgasemissionen.

💙 Sozialverträgliche Umsetzung.

--- Im Fokus ---

Importierte Emissionen: Das blinde Auge der Klimapolitik

In einer Medienmitteilung Mitte April verkündete der Bund, dass die Treibhausgasemissionen der Schweiz seit 1990 um 26% zurückgegangen sind (1). Ist die Schweiz also auf einem guten Weg, ihre Klimaziele zu erfüllen? Die Antwort ist komplexer. Denn mehr als zwei Drittel (2) unserer Emissionen entstehen nicht in der Schweiz selbst, sondern im Ausland – bei der Herstellung, Verarbeitung und dem Transport von Gütern, die wir hierzulande konsumieren oder verbauen: beispielsweise Stahl, Plastik oder Elektronik.

Diese importierten Emissionen tauchen in der offiziellen Klimabilanz kaum auf – und genau hier liegt eine der grössten, und bislang unbeachteten Schwachstellen unserer Klimapolitik.

Was sind importierte Emissionen?

Importierte Emissionen (3) entstehen bei der Herstellung und beim Transport von Produkten, die in die Schweiz eingeführt und hier konsumiert werden. Dazu gehören typischerweise: Stahl, Zement und Aluminium, Fahrzeuge und Maschinen, Elektronik Textilien und andere Konsumgüter, Lebensmittel, Erdöl (4), Chemikalien und Kunststoffe.

Warum ist das problematisch?

Die Schweiz präsentiert sich gerne als Klimavorbild – mit ambitionierten Klimazielen und Erfolgen bei der Reduktion der inländischen Emissionen. Doch dieser Erfolg ist nur die halbe Wahrheit, denn die offizielle Bilanz blendet die importierten Emissionen aus. Diese Praxis verzerrt die tatsächliche Verantwortung der Schweiz und gaukelt Fortschritte vor, die in Wahrheit oft nur eine Folge des Verlagerns von Emissionen ins Ausland sind. Die Schweiz schreibt sich auf dem Papier eine weisse Weste, dabei zählt sie tatsächlich – unter Einbeziehung der importierten Emissionen – zu den Ländern mit den höchsten Pro-Kopf-Emissionen weltweit (5).

Grafiken: Anteile inländischer und importierter Emissionen im Jahr 2021 (links) und Entwicklung der importierten und inländischen Emissionen der Schweiz seit dem Jahr 2000 (rechts) (2)

Carbon Leakage – ungerechte Auslagerung der Emissionen ins Ausland

Carbon Leakage beschreibt den Vorgang, dass Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagern, um strengeren Klimavorgaben in der Schweiz zu entgehen. Dadurch sinken die offiziellen inländischen Emissionen, weil die emissionsintensive Produktion nun nicht mehr in der Schweiz stattfindet. Die globalen Emissionen hingegen bleiben gleich oder steigen sogar weiter an. 

Führende Klimaforschende und Organisationen wie der IPCC betonen: Der Klimaschutz darf nicht an der Landesgrenze haltmachen. Emissionen sollten nicht nur dort gezählt werden, wo sie entstehen, sondern auch dort, wo sie verursacht werden. Ohne die Berücksichtigung importierter Emissionen verschieben wir die Klimabelastung de facto in andere Länder – während wir uns hier als klimafreundlich betiteln.

--> Spendenformular überspringen und weiterlesen

Grafik: Importierte Emissionen pro Kopf (Netto, 2022) (6)

Zahlen und Fakten: Die Schweiz als Importweltmeisterin

Gemäss Zahlen des Bundesamts für Statistik stammen mindestens zwei Drittel unserer gesamten Klimabelastung aus dem Ausland (2). Während die inländischen Emissionen seit 2000 immerhin um 23 % reduziert werden konnten, sind die importierten Emissionen im gleichen Zeitraum je nach Messung entweder kaum zurückgegangen oder sogar deutlich gestiegen. Während das Bundesamt für Statistik von einer Reduktion um knapp 1 % ausgeht, zeigt das Global Carbon Project gar eine Zunahme der importierten Emissionen von mehr als 30% (7).

Warum die bisherige Klimapolitik nicht ausreicht

Die Schweizer Klimapolitik konzentriert sich bislang auf die Emissionen innerhalb der Landesgrenzen:

👉 Es gibt keine gesetzlichen Reduktionsziele für die importierten Emissionen.

👉 Es gibt keine Anreize für klimafreundliche Lieferketten oder nachhaltigen Konsum.

👉 Schweizer Unternehmen, die im Inland klimafreundlich produzieren, sind im Wettbewerb gegenüber klimaschädlichen Importen strukturell benachteiligt.

So entsteht ein unvollständiges Bild unserer Klimabilanz. Das schwächt unsere Klimaschutzbemühungen und behindert eine faire Wettbewerbslandschaft.

Was die Initiative des Vereins Klimaschutz Schweiz ändern will

Die Initiative will erstmals auch die importierten Emissionen in die Klimabilanz einbeziehen und fordert konkrete Massnahmen:

💪 Wir schliessen die grösste klimapolitische Lücke. Wir haben für fast alle Klimabereiche Regeln. Nur bei den Importen sind wir auf einem Auge blind. Und das, obwohl sie so viel mehr ausmachen als die inländischen Emissionen.

🏔️ Wir schützen, was uns wichtig ist. Die Schweiz ist als Alpenland besonders betroffen. Die Temperatur steigt hierzulande deutlich schneller als im globalen Durchschnitt. Wenn wir wirklich alle Emissionen angehen, können wir uns - und alles, was uns wichtig ist - auch viel besser schützen.

🌱 Wir machen die Schweizer Wirtschaft zukunftsfähig. Die Schweiz hat als innovatives Land ganz viele Lösungen zu bieten. Das muss belohnt werden. Wer fair und sauber produziert, darf nicht länger gegenüber billigen, klimaschädlichen Importen benachteiligt sein.

Fazit: Klimaschutz darf nicht an der Grenze enden

Wenn die Schweiz es mit Klimaschutz ernst meint, darf sie nicht länger die importierten Emissionen ausblenden. Ohne eine faire Einbeziehung dieser Emissionen bleibt unsere Klimapolitik unvollständig und verzerrt. Die Initiative schliesst die grösste Lücke der Schweizer Klimabilanz und stärkt gleichzeitig die Innovationskraft unserer Wirtschaft.

Lasst uns Geschichte schreiben – mit der ersten Initiative, die die gesamte Klimabilanz der Schweiz ins Auge fasst. Für echte Klimagerechtigkeit. Für die Zukunft. Für uns alle.


Quellen

1 Bundesamt für Umwelt (BAFU), Treibhausgasinventar 2023: Leichter Rückgang der Emissionen, Medienmitteilung vom 15. April 2025, https://www.news.admin.ch/de/newnsb/jZ9yEBFvQspwJq3HIWgEA (Zugriff 05.06.2025)

2 Bundesamt für Statistik (BFS), Treibhausgasemissionen und Indikatoren; https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/raum-umwelt/umweltindikatoren/alle-indikatoren/emissionen-und-abfaelle/treibhausgasemissionen.html  (Zugriff: 08.05.2025)

3 Importierte Emissionen werden oft auch als “graue Emissionen” bezeichnet. Der Begriff ist jedoch breiter gefasst und beschreibt generell Emissionen in der Lieferkette von allen Produkten - also auch von nicht importierten Produkten. Sie entstehen bei allen möglichen Gütern und Produkten in allen Sektoren. 

4 Zwar entstehen etwas mehr als 80% der Emissionen aus Erdöl bei der Verbrennung und damit in der Schweiz, aber ganze 18% der Emissionen fallen bei der Gewinnung, der Verarbeitung (Raffinerie) und dem Transport von Erdöl an und verursachen somit ebenfalls eine Menge an importierten Emissionen. International Council on Clean Transportation (ICCT): Carbon Intensity of Crude Oil in Europe, Dezember 2010. https://theicct.org/sites/default/files/ICCT_crudeoil_Eur_Dec2010_sum.pdf (Zugriff am 5. Juni 2025).

5 Im Jahr 2020 belegte die Schweiz bei den Pro-Kopf-Emissionen inklusive importierter Emissionen weltweit Platz 18. https://ourworldindata.org/grapher/consumption-vs-production-co2-per-capita?tab=table&time=1990..2019

6 Die Schweiz gehört weltweit zu den Ländern mit den höchsten importierten Emissionen. Die Karte zeigt eindrücklich den Ländervergleich der Netto-Bilanz von Importen und Exporten in Tonnen CO₂ pro Kopf. Our World in Data, Imported or exported CO₂ emissions per capita; https://ourworldindata.org/grapher/imported-or-exported-co-emissions-per-capita (Zugriff: 5.6.2025)

7 Our World in Data, Switzerland: CO₂ Country Profile; https://ourworldindata.org/grapher/production-vs-consumption-co2-emissions?country=~CHE&tableSearch=swi (Zugriff: 5.6.2025)

DatenschutzImpressum
Verein Klimaschutz Schweiz
BlueskyInstagramThreadsFacebook